Strukturierte Daten
Daten, die in einem vordefinierten Format organisiert sind, wie z.B. Tabellen, Datenbanken oder XML-Dateien. Strukturierte Daten sind für maschinelle Lernalgorithmen leichter zu verarbeiten als unstru...
Strukturierte Daten sind Informationen, die in einem festen, vorher definierten Format vorliegen und sich klar in Zeilen, Spalten oder Felder einordnen lassen. Jeder Wert hat dabei einen festgelegten Platz und Datentyp, etwa eine Zahl, ein Datum oder ein Text mit begrenzter Laenge. Typische Beispiele sind Kundendaten in einer Excel-Tabelle, Buchungsdaten in einer SQL-Datenbank oder Produktinformationen in einer CSV-Datei.
Der wesentliche Vorteil strukturierter Daten liegt in ihrer Verarbeitbarkeit. Da das Format vorab bekannt ist, koennen Programme, Auswertungswerkzeuge und KI-Systeme die Informationen direkt einlesen und auswerten, ohne sie vorher aufbereiten zu muessen. Eine Buchhaltungssoftware kann beispielsweise alle Rechnungen eines Quartals in Sekunden summieren, weil Betrag, Datum und Kunde immer an derselben Stelle stehen. Im Gegensatz dazu stehen unstrukturierte Daten wie E-Mails, Bilder oder gescannte Dokumente, die erst aufwendig analysiert werden muessen, bevor sich daraus verwertbare Informationen ziehen lassen. Klassische Auswertungen, Berichte und einfache Automatisierungen funktionieren mit strukturierten Daten am zuverlaessigsten.
Fuer kleine und mittelstaendische Unternehmen sind strukturierte Daten meist schon laenger im Einsatz, oft ohne dass es bewusst so genannt wird. Die Kundendatenbank im CRM-System, das Warenwirtschaftssystem, die Lohnbuchhaltung oder der Online-Shop arbeiten alle mit strukturierten Daten. Wer diese Datenbestaende sauber pflegt, schafft die Grundlage fuer Auswertungen, Forecasting und den Einsatz von KI-Werkzeugen. Ein Handwerksbetrieb kann zum Beispiel aus strukturierten Auftragsdaten ableiten, in welchen Monaten welche Leistungen besonders nachgefragt werden. Wichtig ist dabei eine konsistente Eingabe: Schreibweisen von Kundennamen, Produktbezeichnungen oder Kategorien sollten einheitlich sein, sonst sinkt die Aussagekraft jeder Auswertung deutlich.
Die Grenze strukturierter Daten zeigt sich dort, wo Informationen nicht in feste Felder passen, etwa bei Freitexten in Reklamationen oder bei Vertragsdokumenten. Hier kommen zunehmend KI-Verfahren ins Spiel, die unstrukturierte Inhalte automatisch in strukturierte Form ueberfuehren und so fuer die weitere Verarbeitung nutzbar machen.
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